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Global Art im Fokus zeitgenössischer lateinamerikanischer Kunst

January 12, 2016

Der Beginn der neuen Internationalisierung der Kunst liegt zeitlich gesehen am Ende des Kalten Krieges und dem Fall der Berliner Mauer 1989. Seit damals und während der gesamten 90er Jahre fanden in den Kunsthauptstädten Europas und der USA eine Reihe von großen Ausstellungen statt, die ein neues Interesse an der Kunst aus den peripheren, nicht-westlichen, Ländern zeigten. Die erste Ausstellung auf internationaler Ebene, die diesem Konzept folgte, war Magiciens de la Terre, die im Museum Pompidou im Rahmen der Biennale von Paris 1989 vorgestellt wurde. Kurator war Jean Hubert Martin. Es gelang ihm auf hervorragende Weise, mit dieser Ausstellung die Konzepte von Universalität und Globalisierung in die künstlerische Debatte einzubringen.

 

 

Die Ausstellung gilt als eine „Manifest-Ausstellung“. Obwohl das Thema der universale Ausdruck und nicht die Alterität war, lud der Kurator die internationale Kunstszene zu einer Präsentation von außereuropäischer Kunst ein, die bis zu diesem Moment von den ästhetischen und theoretischen Debatten der westlichen Kunst ausgeschlossen war.

 

 

                                                                              Exposition Magiciens de la terre - Richard Long

 

Bevor weltweit die Darstellung von zeitgenössicher Kunst bei den Biennalen beginnt, entsteht in Lateinamerika 1984 ein ähnliches Konzept mit der Biennale von Havanna, die sich als alternatives Forum zu gängigen Kunstströmungen sah. Ziel war es, jene Produktionen zu integrieren, die von jeher vom Kreis der “internationalen Kunst”, die heute als “global” definiert wird, ausgeschlossen waren. Bei der zweiten Biennale 1986 wurde auch Kunst aus Afrika, dem Mittleren Osten und Asien vorgestellt und das Augenmerk wurde auf die visuelle Kultur der Gemeinschaften und Volksgruppen aus diesen Ländern gelegt. Die Biennale von Havanna eröffnete einen neuen Weg der Reflexion und Diskussion in Regionen, die bis zu diesem Moment von der vorherrschend eurozentristischen Kunstkritik unterbewertet bzw. unterschätzt worden waren. Aktuell gibt es in Lateinamerika ein Netzwerk zwischen den folgenden Museen, die gemeinsam Ausstellungen organisieren:  das MALI in Lima, das Malba in Buenos Aires, das MUAC in Mexiko und die Pinacoteca do Estado de São Paulo in Brasilien. Die Ausstellungen werden mit der Unterstützung des Museums Reina Sofía (Spanien) und des Museums of Fine Arts in Houston durchgeführt.

 

Die Integration von Mexiko in der neuen Internationalisierung der Kunst beginnt mit der Neupositionierung der konzeptionellen Kunst in den 80ern, als unabhängige Kunsträume wie El Archivero, La Agencia, El Salón de Aztecas oder La Quiñonera geöffnet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Temístocles 44                          La Quiñonera                                      La Panadería

 

Die Neupositionierung der Kunst aus Mexiko in der neuen Kartographie und den globalen Netzwerken konkretisiert sich mit den folgenden Ausstellungen, die im Ausland präsentiert wurden: a) D.F. Art from Mexico City (1991) im Blue Start Space in San Antonio, Texas; b) Mexico City-An Exhibition about the Exchange Rates of Bodies and values (2002), deren Kurator Klaus Biesenbach (damals Direktor des Museums für Zeitgenössische Kunst P.S.1 in New York) sowie c) das Festival MexArtes in der Galerie Kunstwerke in Berlin. Über die Jahre ist die Zahl der Ausstellungen für zeitgenössische Kunst aus Mexiko und Lateinamerika in der Kunstszene in Deutschland, Österreich und der Schweiz stetig angestiegen. Ebenso besteht heute ein großes Interesse daran, mexikanische und lateinamerikanische Kunst auf den diversen internationalen Kunstmessen wie der Documenta, Art Basel und Berlin Biennale zu präsentieren. Auch zahlreiche Museen verfügen über Sammlungen lateinamerikanischer Kunstobjekte.

 

In Österreich können wir zwei Beispiele anführen: das Museum für Moderne Kunst, MUMOK, mit einer Kunstsammlung von Pop Art, Fotorealismus, Neuem Realismus, Wiener Aktionismus, Performance, konzeptioneller Kunst bis hin zu Minimalkunst bietet eine große Vielfalt an Ausstellungen, die mit Sammlungen aus anderen Ländern ergänzt werden. Innerhalb seiner Sammlungen befinden sich lateinamerikanische Gemälde vom Beginn des Modernismus, zum Beispiel Werke des uruguayischen Künstlers Torres-García sowie des Kubaners Wilfredo Lam. Ebenso wurden bereits Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst aus Mexiko präsentiert, so zum Beispiel "Zwischenzonen" (entre zonas) aus der Sammlung Jumex (2009-2010).

 

                                   Ausstellung "Zwischenzonen La Colección Jumex, Mexiko"

 

Das zweite Beispiel ist die Kunsthalle Wien, ein Museum für internationale zeitgenössische Kunst. Das Museum versteht sich als eine Zone von Künstlertransfers mit der Präsentation von avantgardistischen Vorschlägen und mit zukunftsweisenden Visionen. In der Kunsthalle wurden bereits verschiedene Ausstellungen von Künstlern und Sammlungen aus Lateinamerika vorgestellt, so zum Beispiel die Ausstellung “Viva la muerte” mit mexikanischen KünstlerInnen wie Teresa Margolles und Gabriel Orozco sowie auch eine Ausstellung zur kulturell-politischen Kunstbewegung des “Tropicalismo” aus Brasilien.

Ebenso sind die Programme für “Artists in Residence”, die von Organisationen wie dem Quartier21 und der Kunstgalerie das weisse Haus angeboten werden, in den letzten Jahren stetig angestiegen.

 

 

Israel Martínez / Artists-in-Residence quartier21
Category .................... Sound Art, Media Art
Recommended by freiraum quartier21 INTERNATIONAL
Period of stay ............ Oct 14 - Oct 14

 

 

 

VIENNA ART WEEK 2015
Creating Common Good
Interview with Teresa Margolles (MX)

 

 

                                Global Art im Fokus zeitgenössischer lateinamerikanischer Kunst

 

 

 

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